Manchmal ist Liebe kein Bleiben. Sie ist ein Stoßen und Zurückziehen, ein Rufen und Wegschicken zugleich. Was bleibt, ist das Dazwischen.
Verlass mich, geh fort, so weit wie möglich, geh fort! Wohin es dich auch verschlägt, schreib mir nicht. Keine Zeile, keinen Ort, nicht eine Silbe.
Verlass mich, geh, pack dein Zeug! Nimm all deine Erinnerungen und die meinen. Lass sie schmerzen und mich vergessen.
Verlass mich, geh! Dreh dich nicht um! Ein schneller Schritt verhilft zu einem schnellen Ende.
Ein Bild, auf dem Klavier vergessen. Erinnerungen bleiben, vergessen von dir.
Das Tor sich schließt, Tränen, der Türrahmen mich stützt.
Das Bild in der Hand sich in mir vertieft.
Gedanken.
Verlass mich nicht, geh nicht fort, bleib in meiner Nähe, gib mir ein Zeichen.
Die Wintersonnenwende markiert den kürzesten Tag des Jahres. Nicht als Bruch, sondern als leise Bewegung. Dieses Wintersonnenwende-Gedicht betrachtet nicht die Zeit selbst, sondern ihre Gestalt – das Licht, das zaghaft zurückkehrt, und die Nacht, die allmählich Raum verliert.
Gedicht
Der Tag zeigt sich von seiner kürzesten Seite. Nicht von der Zeit, eher durch seine Gestalt.
Denn das Licht des Tages, das sich durch das Grau und den weiten Nebel zieht, ist so viel kürzer, als an allen anderen, noch so schönen Tagen.
Der Winter die Sonne wendet, und die tiefe schwarze Nacht mit all ihren Diamanten leuchtet ein bisschen länger, ein bisschen verworrener.
Denn nun ist es an der Zeit, die Sekunden abzugeben, dass der Tag an Licht gewinnt und der Nacht die Länge schwindet.
Gedanken zur Wintersonnenwende
Die Wintersonnenwende ist kein lauter Neubeginn. Sie ist ein Versprechen in kleinen Schritten. Sekunde für Sekunde kehrt das Licht zurück – unaufdringlich, fast unbemerkt. Genau dort verortet sich dieses Gedicht: im Übergang zwischen Dunkel und Hoffnung.
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Manchmal ist Liebe kein Begehren, sondern Bleiben. Dieses Liebesgedicht erzählt von Freundschaft, von Nähe in schwierigen Momenten und davon, wie es sich anfühlt, aufgefangen zu werden, wenn man selbst nicht mehr kann.
Du sammelst mich auf, wenn alles zerbricht. Du sammelst mich auf, wenn das Herz zerbricht, aufhört zu schlagen und nichts mehr durch die Adern fließt.
Du fegst alles zusammen und nimmst mich mit zu dir. Du versuchst zu beleben, was sich kaum noch regt. Das T-Shirt ist mit Tränen besät und trocknet kaum auf dem Weg zu dir.
Dein Bett wiegt mich in Geborgenheit. Die Stille und eine liebevolle Umarmung beruhigen mein Herz für den Moment. Doch die Nacht verrät Unruhe, weil meine Gefühle so wild in mir spielen. Die Zigaretten in der Küche verglühen.
Die ganze Nacht sitz ich nun hier, rauche eine nach der anderen, bis die Sonne den Mond wegschiebt. Ich versuche zu verstehen, gähnend im Sonnenaufgang: Wie konnte das alles passieren?
Du sammelst mich auf in der rauchigen Morgenluft. Machst mir Frühstück und bist der Freund, der nicht zu fragen versucht. Du ergründest nicht die Situation, bist einfach nur da für mich. Nichts ist mehr, wie es ist.
Was bleibt, sind Ränder aus Salz und der Gang in diese Welt, wie auf tausend Nadeln. Jeder einzelne Stich geht direkt ins Herz und bohrt die Wunden weiter auf, versetzt mich in einen Rausch.
Die Welt spricht Krieg,
all die kleinen Scherben
von Neununddreißig
noch immer auf dem braunen Boden liegen.
Niemand hat je gesiegt,
wenn die Freiheit brennt
und die Demokratie
wieder und wieder
unter Beschuss steht.
Mit Waffen wird gezählt,
mit blutigen Körpern bezahlt,
und das Geld wächst
mit zitternden Zollverhandlungen
im Schatten der Gewalt.
ETFs sind die neuen Fahnen,
ihr Flattern klingt nach Profit.
Im Lärm des Krieges
wird mehr und mehr Geld verdient.
Krieg ist eine Maschinerie.
Die Welt spricht Macht.
Zweiundzwanzig wagt einer,
was keiner wagt,
schiebt sich vor in ein Land
mit Propaganda und Größenwahn.
Aus Braun wird Blau,
Angst und Unmut wachsen,
schaffen neugeborenes Vertrauen.
„Wir schaffen das“
hat in der Gesellschaft keinen Platz.
…Fortsetzung folgt
Das Gedicht „Die Welt spricht Krieg“ reflektiert die Wiederkehr alter Muster: Krieg, Nationalismus, Machtstreben und wirtschaftlicher Profit bestimmen erneut die Weltordnung. Die Anspielung auf „Neununddreißig“ erinnert an den Beginn des Zweiten Weltkriegs, dessen „Scherben“ noch immer auf dem „braunen Boden“ liegen – ein Sinnbild für die unbewältigte Vergangenheit.
Gleichzeitig zeigt das Gedicht, wie moderne Kriege nicht nur mit Waffen, sondern mit Wirtschaft, Medien und Märkten geführt werden. „ETFs sind die neuen Fahnen“ verdeutlicht die Kommerzialisierung des Krieges – Profit wird zur neuen Ideologie.
Im letzten Teil verweist die Zeile „Aus Braun wird Blau“ auf politische Verschiebungen und das Wiedererstarken rechter Strömungen in Europa. Das Gedicht endet mit einer düsteren Note: „Wir schaffen das“ – einst Symbol des Zusammenhalts – hat in der aktuellen Gesellschaft keinen Platz mehr.
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Dieses Lebensgedicht folgt den Momenten eines Tages – vom Erwachen bis zur Nacht. Es erzählt von Farben, Stimmungen und Wahrnehmungen, die den Alltag begleiten und ihm Tiefe verleihen.
Lebendsgedicht „Momente“
Eine Nacht geht zu Ende, der Tag beginnt. Verschwommene Momente besinnen rote Glut in blauer Pracht, scheinendes Gelbes ist erwacht, Strahlen des Lebens durchdringen die Phasen des Tages.
Grau ist der Regen, von Stürmen umgeben, blühende Wesen mich bewegen, einsam im Grünen auf sie angewiesen.
Farbig das Leben schreit in Streifzügen durch den Wald, niederdrückende Wärme schafft den Geist.
Barfuß die Kälte ich spür, auf dem Eis des Sees, den ich berühr, kriechend im Schnee eine feuchte Atmosphäre verspür.
Ein Tag geht zu Ende, die Nacht beginnt, düstere Momente besinnen, schwarze Nacht verarbeitet Erlebnisse des Tages,
glühende helfen beim Schlaf.
Ich bin draußen,
liege im Gras,
spüre den Duft,
Frische weht durch mein Haar.
Der Wind weht sie in mein Gesicht,
doch ich spüre sie nicht.
Da ist der Duft, der mich berührt.
Es ist sie, sie, die ich spür.
Kann es sein?
Nein,
das Licht sie längst genommen hat,
schon vor langer Zeit.
Die Augen langsam aufgemacht,
ein Bild von ihr in den Himmel ragt.
Genau so schön, als sie noch bei mir war,
ihr Haar wie Seide glänzt,
mein Herz verbrennt.
Ein offenes Feuer entfacht,
Wasser in den Augen lag.
Ein Schrei in die Ferne warf,
als meine Seele zerbrach.
Der Traum zerplatzt,
der Himmel leer,
der Schmerz bleibt,
mein Körper kann nicht mehr.
Auch wenn die Sonne heute nicht scheint,
deine Augenlider schwer
und dein Vertrauen sinkt.
Ich bin da.
Dein Mund nicht spricht,
die Gedanken dich verletzen
und deine Blicke sich verstecken.
Ich bin da.
Wenn die Beine nicht so wollen,
deine Wut dich aufschäumen lässt
und du noch Hass in dir trägst.
Ich bin da.
Solltest du meine Liebe beenden,
wenn du dich ungerecht behandelt fühlst
und dich freuen bei klarem Wetter.
So bleib ich da.
-A
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